Der Kreis Römerstadt

Die Gründung von Römerstadt dürfte in das 12. Jahrhundert fallen. Urkundlich erwähnt wird der Ort erstmals 1350, in welchem die Pfarre an das neu errichtete Bistum Leitomischl abgetreten und dem Dekanate Aussee zugewiesen wurde. Zur Stadt erhoben wurde Römerstadt durch das Privilegium des Markgrafen Jodok vom 15.01.1406 und erhielt das Stadtrecht nach dem Muster von Olmütz und Brünn mit eigener Verwaltung und Gerichtsbarkeit.
Auf einer Fläche von 381 qkm wohnten 32.186 Einwohner in 39 deutschen Ortschaften, davon waren zwei Marktgemeinden und drei Stadtgemeinden.
Die Region war bekannt wegen ihres Erzreichtums (Gold, Silber, Eisen, Blei, Kupfer und Zink). Von den Einwohnern waren etwa je 1/3 bei der Landwirtschaft, der Weberei und anderen Industriezweigen tätig.
Im 18. Jahrhundert stand die Weberindustrie an erster Stelle mit Leinen und Baumwollwaren, danach brachte die Seidenindustrie eine neue Blütezeit.
Es folgten Eisenfabriken, Maschinenbau, Möbel- und Staniolerzeugung.
Es gab Volksschulen, Bürgerschulen, Web-Fachschulen, eine landwirtschaftliche Winterschule und einen bereits 1868 gegründete deutschen Lehrerverein.
Nicht zuletzt war der Kreis Römerstadt, am Fuße des Altvatergebirges gelegen, landschaftlich einladend für Sommerfrische und Wanderungen zu Schlössern, Burgen und zum Reschner Wasserfall, dessen Wasser in einer Schlucht von fast senkrecht stehenden Felsen ca. 20 m in zwei Stufen herabstürzt. Auch für Wintersportler luden drei Skisprungschanzen ein.
Die Gewässer des Römerstädter Bezirkes gehören zwei verschiedenen Meeresgebieten an: Die Mohra fließt in die Oppa, diese in die Oder und die wiederum in die Ostsee; die übrigen Flüsse und Bäche gelangen in die March, die weiter in die Donau und diese wiederum ins Schwarze Meer.
Der durch Römerstadt fließende Podelskybach mündet bei Groß-Stohl in die Mohra.
Nicht unerwähnt bleiben darf das Schloss in Janowitz. Es war bis zur Vertreibung 1945 im Besitz des Grafen von Harrach,
An dieser Stelle soll ursprünglich eine von Peter von Zerotin errichtete Wasserburg gestanden haben.
Ab 1945 wurde dieses von einem schönen Park umgebene Schloss zur Sammelstelle der Deutschen vor dem Abtransport aus ihrer Heimat.
Heute ist am Eingang in der ehemaligen Kapelle das Standesamt untergebracht, der übrige Bau dem Verfall preisgegeben.

Die Geschichte der Lindenkirche. Kapelle Maria-Heimsuchung.-


In dem Jahr 1428 wurde an dieser Stelle ein Holzkirchlein erbaut, umgeben von vielen Linden. Davon rührt wohl auch der bis heute geltende Namen her.

Bei der neuen Erstellung der heutigen Barockkapelle wurde beim Abtragen des hölzernen Kirchleins ein Grundstein mit dieser Jahreszahl gefunden.

Diese Kapelle wurde bereits 1710 – 1711 von dem Römerstädter Baumeister Friedrich Hösler erbaut.

Die Kapelle hat einen unüblichen ovalen Grundriss und einen Chor im gesamten Innenraum. Für den Bau wurden überwiegend Bruchsteine verwendet.

4 Mittelsäulen stützen den Innenraum. Ursprünglich wurden die Holz-Säulen mit künstlichem Marmor verkleidet. Bei einem Brand im Jahre 1883 wurden die Säulen beschädigt und mit einer grauen Zementmasse bedeckt.

Während der Gesamtrenovierung 1960 – 1977 wurde diese Schicht wieder entfernt und haben heute wieder ihr ursprüngliches farbiges Aussehen.

Die Flächenmalerei in der Kuppel stellt die Marienverehrung dar; die Gebete: „Gegrüßet seiest Du Königin“ und „unter Deine Obhut begeben wir uns“.

Die Freskenmalerei stammt von Ferdinand Naboth, der sich hier auch mit einem Selbstbildnis darstellt, starb bereits 1714 in Olmütz. . Er stammte aus Wien und wirkte überwiegend in Olmütz

Sein Schüler Johann Christoph Handke, aus Johnsdorf stammend, übernahm die restliche Ausschmückung und Fertigstellung dieser Fresken.

Rechts über der >Orgel ist ein Bild des hl. Florian, der einen Brand über Römerstadt löscht. Es ist eine authentische Darstellung des damaligen Stadtzentrums mit der Pfarrkirche, dem Rathaus und angegliedert die Kapelle in den Linden. Die Freske über der Orgel mit der perspektiven Architektur und den plastisch modellierten Figuren ist ebenfalls eine Arbeit von Johann Christoph Handke. Zwischen den Fenstern sind Fresken mit dem Geheimnis des hl. Rosenkranzes. An der linken Seite des Hauptaltares Offenbarungen des freudigen Rosenkranzes. 1. Verkündigung des Herrn. 2. Maria Heimsuchung,

3. Die Geburt Christi, 4. die Opferung des Herrn, mit der Signatur des J.Ch.Handke; 5. Das Auffinden Christi in der Kirche; hier finden sie das Selbstbildnis des Malers links unten ( der Kopf des Malers mit Barett.)

An der rechten Seite des Hauptaltares sind die Offenbarungen des glorreichen Rosenkranzes. 1. Auferstehung Christi; 2. Christi-Himmelfahrt; 3. Der heilige Geist; 4. Maria Himmelfahrt; 5. In der Mitte des Gewölbes stellt die Freske die Krönung Marias dar.

Den Hauptaltar schmückt das große Oelbild „Marie Heimsuchung“, ebenfalls gefertigt von J.Chr.Handke. Der Hauptaltar, die Seitenaltare und die Kanzel sind aus Holz.

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Die Statuen am Hauptaltar stellen den hl. Prokop, den hl. Wenzel, den hl. Sigismund und den hl. Adalbert dar.


Die Nebenaltare in den Arkaden linke Seite: 14 heilige Gehilfen des hl. Anton aus Padua, rechte Seite: die hl. Anna, der hl. Johann von Nepomuk mit den böhmischen Heiligen; den hl. Cyrill und Method, den hl. Wenzel und die hl. Ludmilla.

Der Kreuzweg ist eine Holzschnitzarbeit Anfang des 20. Jahrhunderts und stammt aus der Kirche in Altendorf bei Römerstadt.

In der Kapelle befinden sich 3 Grüften: des Schreibers Johann Schindler aus dem Jahre 1654, des Josef Sauer aus dem Jahr 1731, und in der Mitte der Kapelle kann die Schrift des Grabsteins nicht entziffert werden. Nach der Chronik soll es sich um einen Priester handeln, der diese Kirche eingeweiht hat.


Am Eingangsportal ist noch der ursprüngliche Metallbeschlag.

1945, in den letzten Kriegstagen, wurde die Kirche teilweise außen beschädigt.

Pfarrer Frantisek Vanak, der spätere Erzbischof von Olmütz, veranlasste während seiner Amtszeit in Römerstadt von 1953 bis 1989 in Etappen die Gesamtrenovierung. Das Dach wurde mit Kupfer belegt, die Fassade renoviert, die Säulen erneuert, neue Bänke angeschafft. Da sich im Laufe der Zeit Mauerrisse zeigten, musste die Außenseite mit Stahlringe stabilisiert werden.


Der Maler Johann Christoph Handke wurde am 18.2.1694 in Janowitz geboren und starb am 28.12.1774 in Olmütz. Er erlernte das Malerhandwerk in der Werkstatt von Johann Daniel Langer in Freudenthal und beim Maler Ferdinand Naboth. Die Fresken in der Lindenkirche waren sein erstes großes Meisterwerk.

Seine Bilder und Fresken sind in mehreren Kirchen Nordmährens, Schlesiens und Ostböhmens, aber auch in Würzburg zu finden.

So z.B. in der Maria Schnee-Kirche in Olmütz, in der Kapelle des hl. Sarkander, in der erzbischöfl. Residenz in Sternberg, in der Schlosskapelle in Bad Ullersdorf.

Bild: Unterzeichnung Partnerschaft Zeil/Römerstadt, Bgm Stadelmann und Bgm Klouda

Foto: Franke-Haus

Ortsbetreuer des Heimatkreises Römerstadt:



für Römerstadt: Rosemarie Kretschmer,

Schwalbengraben 82

35576 Wetzlar-Dalheim

Tel. 06441-51445

email: rosemarie.kretschmer@kretschmer-steup.de



für Altendorf : Peter Tiletschek, Oberstruth 48,

35418 Buseck-Großen-Buseck

Tel. 06408- 541900

Email: peter.tiletschek@t-online.de



für Andersdorf: Irene u. Karl-Heinz Schulze

Heidestrasse 6

35419 Hungen- OT Villingen

Tel. 06402-9332



für Arnsdorf: Erika Kuhl, Forststrasse 7

65555 Limburg-Offheim

Tel. 06431-52431

Email: kuhl-offheim@t-online.de



für Bergstadt: Erika Knoll, Schutzbacher Weg 11

35321 Laubach

Tel. 06405-6227



für Brandseifen: Alfred Müller, Talblick 35

86356 Neusäß-Ottmarshausen

Tel./ Fax: 0821-482874



für Braunseifen: Robert Richter, Bergstrasse 7

37284 Waldkappel

Tel. 05656-1025

Email: maria.richter3@gmx.de



für Deutsch-Eisenberg: Horst Hartel, Spitalgasse 5

97199 Ochsenfurt

Tel.:09331-7990



für Doberseik: Herta Heidenreich, Bahnhofstr. 19

86492 Egling

Tel. 08206-446



für Edersdorf, Rosendorf, Janowitz, Johnsdorf

nicht besetzt



für Eichhorn: Waltraud Leitmann, Kellerstr. 9

83022 Rosenheim

Tel. 08031-34258



für Eulenberg / Kreuz: Ingrid Hinrichs

Westerwaldstrasse 14

35708 Haiger

Tel. 02773-71700

Email: i.hinrichs@in-place.de



für Friedland/Mohra: Karl Steinbach

Troppauer Strasse 4

86368 Gersthofen

Tel.: 0821-496518

email: steinbach.karl@web.de

Friedrichsdorf:
Siegfried Spohner, Liebigstrasse 29, 35260 Stadtallendorf
Tel. 06428/ 1777 Email: F.Spohner@web.de

Girsig:
Dipl.Ing.Horst Fischer
Fahrbachstrasse 232, 73431 Aalen
Tel. 07361/ 64337
Email: hc.fischer@web.de

Groß-Stohl:
Eduard Springer
Kattowitzer Strasse 76, 81929 München
Tel. 089/ 938487

Hangenstein:
Peter Tiletschek
Oberstruth 48, 35418 Buseck
Tel. 06408/ 549100
Email: Peter.Tiletschek@t-online.de

Harrachsdorf:
Anni Jakob
Heckwiese 15, 35633 Lahnau-Atzbach
Tel. 06441/ 61950

Herzogsdorf:
Helga Radu
Altwies 3, 35794 Winkels
Tel. 06476/ 1005

Irmsdorf / Kl-Stohl:
Walter Friedrich
Goldbergstrasse 5a, 35460 Staufenberg-Treis
Email: friedrich369@gmx.net

Johnsdorf, Janowitz, Rosendorf:
nicht besetzt

Karlsdorf:
Peter Tiletschek
Oberstruth 48, 35418 Buseck
Email: Peter.Tiletschek@t-online.de

Kriegsdorf:
Ewald Kunz
Königsberger Strasse 19, 34121 Kassel
Tel. 0561/ 25479 Fax: 0561/ 2889510
Peter Haas
Alte Bernstrasse 65, CH-3075 Rüfenacht

Mähr.- Schles. Kotzendorf:
Alois Peschke
Goethestrasse 1, 35633 Lahnau 1
Tel. 06441/ 62189

Lobnig / Tillendorf:
Helga Schmidt
Wiesenstrasse 7, 35423 Lich-Eberstadt
Tel. 06004/ 2933

Merotein:
Christine Trieb
Talblick 31, 86356 Neusäß
Tel. 0821/ 484992

Neudorf:
Hermann Heider
In der Schlei 19, 65611 Brechen
Tel. 06438/ 1254

Neufang / Ferdinandsthal:
Christel Koch
Buchenweg 6, 39418 Staßfurt
Tel. 03925/ 625325

Nieder u. Ober-Mohrau:
Alfred Klaner
Blumenstrasse 13, 35457 Lollar-Odenhausen
Tel. 06406/ 1236
Email: eberhard.leib@t-online.de

Olbersdorf:
Hilde Schwab
Gerh.-Hauptmann-Strasse 15, 85080 Gaimersheim
Tel. 08458/ 2103

Pürkau:
Margarete Trötscher
Oberstrasse 15, 35789 Weilmünster
Tel. 06475/ 8058

Reschen:
Arnold Krist
Weinbergstrasse 4, 35633 Lahnau 1
Tel. 06441/ 63599

Weigelsdorf
Gertrud Klos
Von der Tann-Strasse 25, 85080 Gaimersheim
Tel. 08458/ 5999

Zechan:
Gerhard Weber
Tränkstrasse 8, 35633 Lahnau 1
Tel. 06441/ 62414

Zechitz:
Anneliese Ludwig
Lerchenweg 4, 35792 Löhnberg
Tel. 06471/ 61244
Email: Anneliese-Ludwig@web.de