Der Kreis Sternberg


Die Stadt liegt 16 km nördlich von Olmütz am Rande der Marchebene und des Niederen Gesenkes; hatte im Jahre 1939 - 12.900 Einwohner.
Nach 1241 erhielt ein Adeliger, der den Namen „de Sternberch“ annahm, Ländereien „unter dem Gesenke“. Wo die Strasse von Olmütz nach Schlesien ins Gebirge ansteigt, errichtete er die 1269 erstmalig erwähnte Burg. Durch die von Bruno von Schaumburg geförderte Kolonisation entstand die 1296 bezeugte Stadt.
1409 Magdeburger Stadtrecht; 1431 im Hussitenkrieg zerstört. 1570 Zuwanderung von Deutschen aus Nordmähren und Schlesien. Der Dreißigjährige Krieg brachte viel Leid. Nach 1660 starker Aufschwung des deutschen Städtchens. 1695 erwarb das Haus Liechtenstein die Herrschaft Sternberg. 1757 Aufenthalt Friedrich II. Nach 1763 entstanden Webmanufakturen, um 1860 sprach man vom Mährischen Manchester.
Als am 4. März 1919 die Bevölkerung für das Selbstbestimmungsrecht demonstrierte, schoss tschechisches Militär in die Menge. 16 Tote (auch Frauen und Kinder) und viele Verwundete waren zu beklagen.
Schulwesen: 3 Volksschulen, Bürgerschulen, Landes-Oberrealschule, Webereischule, gewerbliche Fortbildungsschule, Mädchenpensionat und Kindergärtnerinnenseminar.
Staatliche Tabakfabrik, Bierbrauerei, Landesirrenanstalt.
Wappen: goldener achtstrahliger Stern mit blauem Hintergrund auf grünem Berg.
Mährisch-Neustadt ist der Mittelpunkt des gleichnamigen Ländchens, liegt an der Oskawa und der mährischen Grenzbahn von Olmütz nach Mährisch Schönberg.
Die Stadt, 1213 von Markgraf Wladislaw Heinrich gegründet, erhielt 1223 das Magdeburger Stadtrecht und wurde königliche Stadt. Die 1326 angelegte Stadtbefestigung ermöglichte 1424 die Abwehr der Hussiten. Daran erinnert das jedes Jahr am Sonntag nach Maria Himmelfahrt gefeierte Wachsstockfest in Limburg/Lahn.
Nach 1460 bemächtigte sich Georg von Podybrad der Stadt. 1642 – 1650 unter schwedischer Besatzung. 1729 Vollendung der 22 m hohen Mariensäule. 1770 trafen sich hier Friedrich II. und Josef II.
Ab Mitte des 14. Jh. bis 1813 gab es ein Minoriten- und ein Klarissenkloster.
Wirtschaft: Seidenstoffe, Kattundruck, Maschinen, Holzwaren, Orgelbau, Turmuhren, Preßhefe, Brauerei, Ziegeleien, Zuckerfabrik.
Presse: Nordmährische Rundschau.
Schulen: Knaben- und Mädchen-Volksschule, Realgymnasium, kaufmännische Fortbildungsschule, Winterschule.
Wappen: schwarzer links gewendeter Adler auf goldenem Mittelschild.
Wahrzeichen: Rathaus und kath. Pfarrkirche.


Der Heimatkreis Sternberg wurde am 30.12.2015 aufgelöst.